MMS: Der erste Meilenstein

 

Manchmal gehen Entwicklungen, die man sich langwierig und mühselig vorgestellt hat, dann doch sehr schnell. Einen Meilenstein des Ziels, das ich hier formuliert habe, haben wir nun beinahe erreicht. Daran mitgewirkt haben viele, viele Autisten und Eltern autistischer Kinder, die im Hintergrund Behörden und Politiker angeschrieben und auf das Problem hingewiesen haben. Ausserdem das Medieninteresse, dass wir Dank der Initiativen von Julitschka, Denise und Christopher generieren konnten und nicht zuletzt die MMS-Vertreiber als unfreiwillige Helfer, die mit ihren dreisten Spam-Aktionen den Bogen überspannt und die Behörden aufgescheucht haben.

Zwar werden die Versender ihre Aktivitäten dann vermehrt ins deutschlandnahe Ausland verlegen, aber mindestens der Einnahmequelle durch Seminare, Beratungen und Bücher dürfte dann wirkungsvoll ein Riegel vorgeschoben werden. Ausserdem werden auch wir uns dann auf die nächste Stufe konzentrieren und auf eine europaweite Regelung hinarbeiten. Jetzt hoffe ich erst einmal, dass die Länder schnell reagieren und damit dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte die notwendigen Werkzeuge in die Hand geben.

Der schwarze Autismus-Mann

Autismus entsteht durchs Impfen, durch Umweltgifte, durch Schwermetalle, durch Parasiten, durch Weizen, durch Milch, durch Zucker, durch Übergewicht, durch Nährstoffmangel, durch Fertigessen, durch Alter oder ist Gottes Strafe für Abtreibung.

Autismus dient als der moderne ’schwarze Mann‘, der die Kinder all jener holt, die das ‚Falsche‘ tun.

Du bist nicht richtig, du brauchst eine Diät

Ende der 80er Jahre war es in Mode, zu einer phosphatfreien oder phosphatarmen Diät zu raten. Inzwischen ist es wahlweise Gluten, Laktose oder alles zusammen. Das schwammige und eher dem esoterischen Bereich zuzuordnende „Leaky Gut“-Syndrom wird hier auch immer wieder als Auslöser angeführt. Ohne jeden Beleg. Logisch. Der ‚gesunde Menschenverstand‘ scheint hier eher im Mittelalter… Continue reading

We didn’t start the fire – Eine Botschaft an den MMS-Mob

Dann hört auf Eltern, die hoffen, ihr autistisches Kind würde irgendwann mit irgendeinem Wunder wieder normal, einzureden, dass MMS das Mittel der Wahl sei. Ihr wollt ein Rudel sauwütender Autisten vom Arsch haben, die alle legalen Schritte unternehmen werden um euch das Handwerk zu legen? Und ich wiederhole: wirklich alle legalen Schritte. Dann nehmt eure… Continue reading

Gelesen und zum Lesen empfohlen: Donnerstag 15. Mai 2014 – 30 Links

Autismus Submissions are Ready to be Received for the 5th Annual Autistic Artistic Carnival!!: Autisten können noch bis zum 18 Juni künstlerische Werke für den 5. jährlichen Autistic Artistic Carnival einreichen. – Tags: autismus – http://drivemomcrazy.com/2014/submissions-are-ready-to-be-received-by-for-the-5th-annual-autistic-artistic-carnival/ VR Talk Möglichkeiten der Online-Kommunikation im therapeutischen und beratenden Kontext bei Autismus-Spektrum-Störungen: Der re:publica-Talk von Seinsdualität. Leider fängt er… Continue reading

Naturblond

„Wir müssen beim nächsten Mal darüber sprechen, ob wir anfangen sollen zu färben,“ sagt meine Friseurin. „Da sind jetzt ein paar naturblonde Haare dabei.“

Ich habe keine Ahnung, was sie von mir will. Also lächele ich und nicke.

„Ausser natürlich, sie haben kein Problem damit, das man die sieht. Auf Wiedersehen.“

Ich blicke ratlos, grüße und verlasse den Salon. Draussen grübele ich weiter. Zuhause wird es mir endlich klar.

Sie sagt, ich werde grau.

 

Warum nicht gleich so?

Autismusdiagnosemodediagnoseepidemie

“The epidemic hypothesis emerged in the 1990s when, in most countries, increasing numbers were diagnosed with ASDs leading to an upward trend in children registered in service providers’ databases that was paralleled by higher prevalence rates in epidemiological surveys. These trends were interpreted as evidence that the actual population incidence of ASDs was increasing (what the term epidemic means). However, alternative explanations for the rise in numbers of children diagnosed with ASDs should be ruled out first before supporting this conclusion and include the following. […] However, trends over time in referred samples are confounded by many factors such as referral patterns, availability of services, heightened public awareness, decreasing age at diagnosis, and changes over time in diagnostic concepts and practices. Failure to control for these confounding factors was obvious in previous reports […]”
In Volkmar, F. R., In Rogers, S. J., In Paul, R., & In Pelphrey, K. A. (2014). „Handbook of autism and pervasive developmental disorders„, 4th Edition.

Gelesen und zum Lesen empfohlen: Sonntag 27. April 2014 – 16 Links

The Spirit of Bullshit: Julitschka berichtet über die Gegendemo zum „Spirit of Health“-Kongress. Besonders interessant sind ihre Berichte von den Gesprächen, die sie mit einigen Besuchern des Kongresses führte. Eines der wichtigsten Zitate habe ich bereits gestern hier verbloggt. – by Julitschka – Tags: autismus, mms, spirit of health – http://julitschka.de/2014/04/the-spirit-of-bullshit/ Kein „Spirit of Health“… Continue reading

Quälen, um die Wahrheit nicht ertragen zu müssen.

Wir unterhielten uns über die Gründe warum Eltern zu solchen Mitteln zu greifen, bereit sind. Ihre These ist, dass sie es oft nicht ertragen und nicht wahr haben wollen, dass ihre Kinder einfach anders sind. Sie können mit ihnen nicht umgehen und können nicht akzeptieren, dass sie sich darauf einlassen müssen. Aus meinen Gesprächen mit Teilnehmern wurde immer wieder klar, dass sich die Eltern eine Ursache für die “Krankheit”, die sie bekämpfen und behandeln können, so sehr wünschen, dass sie alles glauben, was ihnen diesen Wunsch erfüllt. Am meisten hörte ich den berühmten Impfungsmythos, aber auch generelle Schwermetallvergiftungen und eben Bakterien, die man dann mit MMS bekämpfen können soll.

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Kommentar zu @der_energist

Tatsächlich ist, was viele Menschen Hilfe für behinderte Menschen nennen − hier Querschnittsgelähmte − oft eher verdeckte Wirtschaftsförderung, deren Ergebnisse vielleicht irgendwann mal helfen. Inklusion verbessert die Lebensqualität jedoch sofort, bekommt aber, im Gegensatz zur Reparatur-Forschung, viel zu wenig Geld. Und das mit der Begründung, dass sie ja ‚irgendwann‘ nicht mehr nötig sein soll weil man dann jede Behinderung reparieren kann. Was ein fataler Irrglaube ist. Es wird immer Menschen mit Behinderungen geben und Barrierefreiheit hilft ihnen und anderen Menschen. Nicht nur dem einen Querschnittsgelähmten, der vielleicht irgendwann dank Forschung wieder gehen kann. Während alle anderen einen erbitterten Kampf um jede Assistenzstunde führen und ihnen teilweise sogar Hilfsmittel wie Windeln einzeln abgezählt werden. Wer also wirklich etwas Gutes für Menschen mit Behinderungen tun will, der setzt sich für Barrierefreiheit und gegen Benachteiligung ein und das ohne Betroffenheitsgeseiere.

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Gelesen und zum Lesen empfohlen: Freitag 25.05.2014 – 8 Links

Q&A: DSM-5: The American Psychiatric Association (APA) has revised its diagnostic manual, known as Diagnostic and Statistical Manual (DSM). On this page, we answer questions about some of the changes relating to the diagnosis of autism and Asperger syndrome. What are the changes? – Tags: DSM-5, Diagnostic and Statistical Manual, American Psychiatric Association, APA, autism… Continue reading

Gelesen und zum Lesen empfohlen: Freitag den 18.04. – 8 Links

I Have Asperger’s, and My Mum Says My Brain Works Differently. How So?: Ein wunderschöner Artikel in dem der Autismusforscher Simon Baron-Cohen einem autistischen Jungen auf die Frage antwortet, in wie weit sein Gehirn anders funktioniert, als das anderer Menschen. Die Antwort ist eine leidenschaftliche Rede für Neurodiversität und den Weg, den die Gesellschaft gehen… Continue reading

Gelesen und zum Lesen empfohlen: Donnerstag 17.04. mit 7 Links

»Rinder und Schweine verstehe ich sehr gut. Bei Hühnern klappt es nicht so.«: Nicht unbedingt eine Glanzleistung der Journalistin und spürbar beladen mit Vorurteilen. Dennoch lesbar. – Tags: asperger syndrom, temple grandin – http://sz-magazin.sueddeutsche.de//texte/anzeigen/34790/1 Eine Ärztin mit Asperger-Syndrom: Dr. med. Christine Preißmann ist Ärztin für Allgemeinmedizin und Psychotherapeutin. Mit 27 wurde bei ihr das Asperger-Syndrom… Continue reading