Ich bin wieder da

Ich bin wieder da. \o/

Warum war ich überhaupt weg?

Kurz: Ich habe mein Studium beendet(erfolgreich), vor lauter Arbeit kaum noch Land gesehen, auf dem alten Server einen ekligen Virus eingetreten weil keine Zeit mehr für Wartung und Pflege bliebt und dann hieß es auch erst mal wieder im Alltag ankommen, aufgeschobene Aufgaben abarbeiten und das Leben nach dem Studium organisieren. Nicht ganz so einfach, wenn das Studium als strukturierender Rahmen weggebrochen ist.

In der Zwischenzeit hatte ich ein paar (alte) Sachen auf Medium veröffentlicht, was ich in der Zukunft wohl auch hier ins Blog überführen werde.

Aber erst mal: ich bin wieder da.

Das Thema Behinderung im Wahlkampf 2017

Wo Behinderung im Wahlkampf stattfindet und wo nicht und was man als interessierter Mensch tun kann, um Menschen mit Behinderungen zu unterstützen. (Und damit auch eigene Interessen zu vertreten.) TL:DR: Sie findet als Beleidigung des politischen Gegners statt und sonst so gut wie gar nicht. Ein paar Tweets zum diesjährigen Wahlkampf. (+eine Bitte.) Wahlkampfzeit ist… Continue reading

Der typische Verlauf einer Diskussion mit Befürwortern von ABA und ähnlichen behavioristischen Therapien

ABA-BEFÜRWORTER: „Mit ABA möchten wir die verbale und non-verbale Kommunikationsfähigkeit von Autisten verbessern und erreichen, dass sie lebenspraktische Fähigkeiten erwerben.“

ASPERGER-AUTIST: „Das Ziel rechtfertigt keine Dressurmethoden.“

ABA-BEFÜRWORTER: „Sie können sich gut mitteilen, also sind sie nur milde autistisch. Es ist anmaßend von mild betroffenen Autisten für alle zu sprechen. Wer sich gut mitteilen kann, kann die Probleme von schwer betroffenen Autisten gar nicht erfassen.“

KANNER-AUTIST: „Also ich finde es gut, wenn wir denen nicht egal sind. Ausserdem habe ich so eine Therapie durchgemacht und es war alles andere als gut. Meine Mitteilungsfähigkeit wurde zu teuer erkauft.“

ABA-BEFÜRWORTER: „WER SICH GUT MITTEILEN KANN, KANN JA NICHT SO SCHWER BETROFFEN GEWESEN SEIN.“

Continue reading

Null Problemo

Statistiken so: Autisten mit höherem IQ sind gut ausgebildet aber dennoch zu 80% nicht erwerbstätig. Sie finden keine Jobs. Sie nehmen sich mit 2,5-fach höherer Wahrscheinlichkeit selbst das Leben, als Nichtautisten. Sie leiden oft an Einsamkeit, finden meist keine Partner, ihre Lebensqualität ist niedrig und sie entwickeln mannigfaltige Folgeerkrankungen von Depressionen bis PTBS.

Eltern, Eltern-Organisationen und (ABA-)Therapeuten so: Die sollte man gar nicht erst diagnostizieren. Die nehmen nur den echten, schwer betroffenen Autisten die Ressourcen weg.

Spätdiagnostizierte

And that a lot of the things that add up to make an autistic childhood hard, especially when so many of us weren’t diagnosed, weren’t necessarily the big, spectacular challenges, but as I said to a friend once, the thousand daily little signals and reminders we get that we’re wrong or that people aren’t supposed to be the way we
are.
chavisory

„Die Sache vertreten“

Autisten nicht zu diskriminieren und ihnen den gleichen Respekt wie anderen Menschen zukommen zu lassen — wie darauf zu verzichten, mit unserem Sein negative Entwicklungen zu beschreiben — ist keine ‚Sache‘ die ich oder andere Autisten ‚vertreten‘ müssen und der man dann gnädigerweise nachkommt, wenn wir das hinreichend gut tun.

Würde und Gleichberechtigung ist ein Menschenrecht. Das achtet man, oder man lässt es.

Continue reading

Von richtig schlechten Ratschlägen: Mit einem Kind wird alles anders.

Es kommt nicht so wahnsinnig oft vor, dass ich detaillierter aus der Zeit zwischen ~18 und meiner Diagnose mit Anfang 30 berichte. Abgesehen von der zusammenfassenden Aussage, dass es eine problematische Zeit war. Probleme, die mich bereits seit meiner Jugend begleiteten, wuchsen mir nur deswegen nicht sofort über den Kopf, weil ich mich mehrere jahrelang ausserhalb der normalen Gesellschaft bewegte. Als ich versuchte in der normalen Gesellschaft Fuß zu fassen, taten sie es im Handumdrehen.

Continue reading

Fragen zu ABA

es ist eine ausnehmend dumme Idee, Videos über ABA zu schauen!!aber, nun gut!da stellen sich mir Fragen…. — AnitaWorks (@AnitaWorks9698) November 23, 2015 @AnitaWorks9698 ist die Geschwindigkeit und der Druck (selbst bei den harmloseren Videos) notwendig??Arbeitet man so mit Kindern? — AnitaWorks (@AnitaWorks9698) November 23, 2015 @AnitaWorks9698 ist es notwendig, wenn das Kind schon zeigt,… Continue reading

Modediagnoserant

Warum Diagnose: Mein Diagnostiker fragte, warum ich die Autismusdiagnostik wolle. Ich sei doch klar depressiv. DAGEGEN könne man Medikamente nehmen. Zur Not ein Leben lang. — Ich hatte ab 16-17 ~ alle 2 Jahre Depressionen und bekam oft Medikamente. Mir ging es enorm mies damit. Lebensqualität & Produktivität = 0. Seit der Diagnose, der 2. Diagnose, Therapie und dem richtigen Medikament habe ich nun seit 11 Jahren keine behandlungsbedürftige Depression mehr gehabt. Meine Lebensqualität, meine Produktivität stieg rasant. Das kann keine falsche Diagnose oder unpassende Therapie leisten. Und immer noch sagen mir Leute, ich bilde mir das ein und müsste nur mal trainieren unter Menschen zu gehen.

Continue reading

Automatismen

Auch so ein Automatismus, wenn man Menschen, die die Bezeichnung einer Behinderung verwenden, um etwas als negativ zu kennzeichnen oder sich auf (eingebildete) ‚typische‘ Verhaltensweisen beziehen, darauf hinweist: Nachdem sie erst mal bezweifelt haben, dass es ‚Betroffene‘ sind, die sich beschweren kommt im nächsten Satz der Hinweis, sie hätten ja selbst mal in der Betreuung von Behinderten gearbeitet. (Will sagen, sie kennen sich voll aus.)

Da weiß man dann: Das waren die Menschen, die ‚den Behinderten‘ auf Augenhöhe und mit Respekt gegenübergetreten sind. Nicht.

Continue reading

Zäsur und Barrierefreiheit

In der Zeit von 2011-2013 war ich, für meine Verhältnisse, ungewöhnlich aktiv. Ich bin viel herumgereist und war auf kleinen und größeren Veranstaltungen, wie dem Buchcamp, der Buchmesse, dem MXSW oder dem Autismus Symposium von Auticare und habe auch selbst Vorträge oder Workshops gehalten. Dabei habe ich versucht all die Lehren, die ich seit meiner Diagnose gezogen habe und die Strategien, die ich mir in der Therapie angeeignet habe, anzuwenden. Das heißt: versuchen die Balance zu wahren, nie zu viele Veranstaltungen hintereinander, danach mindestens eine Woche einplanen, in der ich nicht leistungsfähig bin, versuchen immer mal inne zu halten und mir die Zeit zu geben, herauszufinden wie es mir wirklich geht, versuchen die Warnanzeichen rechtzeitig zu erkennen, Ruhephasen einzulegen … alles zu tun, um die Überlastung nicht zu groß werden zu lassen.

Continue reading