E-Mail an Karl Lauterbach

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Ein Update vom 10.09.2020 um 18:00 findet sich nach Ende des Brieftextes.

Ein Update vom 10.09.2020 um 18:30 findet sich am Ende des Beitrags.

Nicht zum ersten Mal erwähnte Karl Lauterbach gestern auf Twitter, einen angeblichen Zusammenhang zwischen Autismus und Feinstaub. Bereits 2018 wurde er dafür von Autisten kritisiert, was ihn leider nicht davon abgehalten hat, die Behauptung immer wieder hervorzuholen.

Daher habe ich mich gestern entschieden, eine Mail an ihn zu schreiben. Wenn ein hochrangiger SPD-Gesundheitspolitiker, Autismus immer wieder unzutreffend mit Umweltgiften in Zusammenhang bringt, sind derartige Fehlinformationen nicht ohne Folgen.

Sie sind Wasser auf den Mühlen von Impfgegnern, Pseudowissenschaftlern, Quacksalbern und liefern die Vorlage für propagandistische Machwerke wie „Man Made Epidemic“ oder „Umwelthormone – Verlieren wir den Verstand?

In der Hoffnung, Herr Lauterbach nahebringen zu können, dass alleine die Behauptung eines Anstiegs der Autismusprävalenz unzutreffend ist, habe ich also eine Mail geschickt, in der ich versuchte, auf die Probleme seiner Behauptungen hinzuweisen und bei der Einordnung von derartigen Studien zu helfen.

Ob ich ihn damit erreichen kann, wird sich zeigen. Hier folgt, was ich geschrieben habe:


Sehr geehrter Herr Lauterbach,

heute schrieben sie auf Twitter „(1) Es ist immer wieder erstaunlich, wie wenige Patienten und auch manchmal sogar Ärzte wissen, dass der unsichtbare Feinstaub Diabetes, Herzinfarkte, Schlaganfälle, Alzheimer Demenz IQ Minderungen und Autismus bei Kindern verursachen können.“

Bereits 2018 haben Sie ähnliche Aussagen getätigt:

„200 Studien hier ausgewertet die den massiven Schaden zeigen, den Kinder von Feinstaub nehmen. Leider wissen kaum Eltern dass Feinstaub in Wohnung und Verkehr Autismus, ADHS und Schulversagen verursachen können. Auch in Dieseldebatte spielen Kinder 0 Rolle“

„Eine weitere wichtige Studie zu Feinstaub. Das Risiko für Autismus bei Kindern wird durch Feinstaub um 80% erhöht. Immer klarer: Autoabgase schaden besonders dem Gehirn. Bei Älteren entsteht Demenz. Daher muss die Nachrüstung der Diesel unbedingt kommen“

Bereits 2018 wurden Sie für die Aussage stark kritisiert. Leider hat Sie das dazu gebracht, die angebliche Verbindung zwischen Autismus/ADHS und Feinstaub – oder Umweltgiften im Allgemeinen – genauer unter die Lupe zu nehmen.

Um mein Anliegen genauer einzuordnen:

Autismus dient, seit er Mitte der 2000er Jahre medial präsenter wurde, als Schreckgespenst. Unterschiedlichste Interessengruppen, stellen als Ergebnis falschen Verhaltens, den Autismus der (zukünftigen) Kinder in Aussicht.

  • Impfgegner behaupten, Impfungen lösen Autismus aus.
  • PETA behauptet, Milchkonsum löse Autismus aus (und nur vegane Ernährung könne davor schützen)
  • Der NABU behauptet, Glyphosat löse Autismus aus.
  • Kulturpessimisten aller Arten behaupten, das Internet löse Autismus aus, oder wenn Kinder zu früh ein Tablet benutzen.

Dabei setzen alle Interessengruppen auf den Schockeffekt und darauf, dass Eltern kein autistisches, sondern ein normales Kind haben wollen.

Was all diese Interessengruppen – und auch Sie, Herr Lauterbach – ignorieren, ist, welchen Effekt diese Vorgehensweise auf uns Autisten hat.

Uns wird dadurch nämlich immer wieder gesagt, signalisiert, dass unsere Existenz etwas Negatives ist. Etwas, das man vermeiden muss und etwas, mit dem man Menschen Angst machen kann.

Wir werden, im wahrsten Sinne des Wortes, benutzt.

Für jede Agenda, die gerade noch etwas zusätzlichen Grusel oder ein „Argument“ braucht.

Wenn Sie beklagen, dass nicht einmal Ärzte den Zusammenhang zwischen Autismus und Feinstaub kennen, kann ich darauf nur erwidern: Und das ist auch gut so.

Denn dieser Zusammenhang existiert nicht.

Gerade von ihnen als Mediziner würde ich mir wünschen, dass sie die Studien, die sie lesen _kritisch_ lesen. Das gilt insbesondere bei Autismus-Studien.

Das gesamte Forschungsfeld Autismus ist ein Problemfall. Die Anfänge lagen bereits tief im Bereich der Pseudowissenschaft und seit damals hat sich die Situation nur marginal verbessert.

Durch das Autism-Research-Institute wurden Ideen etabliert, wie, dass Autismus durch Impfungen, Schwermetalle und einen „Biofilm“ aus Viren, Bakterien und Pilzen ensteht – tödliche Therapien inklusive.

Auch die weltgrößte Elternorganisation für Autismus. Autism Speaks, verfolgte lange die Behauptung, dass Impfungen Autismus auslösen würden – und vor allem etablierte sie die Legende der „Autismusepidemie“ der angeblich explosionsartig zunehmenden Prävalenz.

Andrew Wakefield nutzt Autismus, um den ihn bezahlenden Eltern eine Möglichkeit zur Klage wegen „Impfschäden“ zu schaffen und gleichzeitig den Markt für den selbst patentierten Masernimpfstoff zu schaffen.

Stephanie Seneff versucht seit Jahren Autismus als Schreckgespenst zu nutzen, um gegen Glyphosat vorzugehen und schreckt dabei auch nicht vor der Kooperation mit Personen zurück, die autistische Kinder mit Chlorbleiche heilen wollen.


Organisationen wie „Autism One“ oder „Age of Autism“ bauen auf der Behauptung der Autismusepidemie, auf pseudowissenschaftlichen Thesen und blanker Quacksalberei ganze Geschäftsmodelle auf, die zwar keinem Autisten nutzen, vielen schaden und Eltern autistischer Kinder um ihr Geld bringen.

Diese Beispiele berühren immer noch nur die Oberfläche des Problemfeldes „Autismusforschung“.

Die Liste dessen, was alles angeblich Autismus auslöst, ist so lang, dass man der Wissenschaftsjournalistin Emily Willingham, die sagt, dass „am Leben sein“ Autismus auslöst, eigentlich nur zustimmen kann: http://www.thinkingautismguide.com/2015/02/this-just-in-being-alive-causes-autism.html

Es ist für Personen, die sich nicht intensiver mit dem Thema beschäftigt haben, enorm schwer (aber nicht unmöglich), einen Eindruck zu verschaffen, welche Forschung Sinn ergibt und welche nicht.

Kommen wir zurück zu dem aktuell in ihrem Tweet verlinkten Artikel und der darin zitierten Stude: Diese Forschung ergibt keinen Sinn.

Sie setzt rein auf der Legende der epidemieartigen Ausbreitung von Autismus auf – die es nicht gibt – und bietet darüber hinaus nur vage Spekulationen der Kategorie „weiss man doch, dass es daherkommen muss“.

Daher bitte ich Sie, sich mit dem Thema zu beschäftigen und den Autisten in ihrer Timeline zuzuhören. Wir wollen nicht als Schreckgespenst herhalten. Das Stigma Autismus ist bereits jetzt groß genug, Hilfen und Verständnis in Schule und Beruf sind kaum gegeben.

Jede Andeutung, Autismus entstünde durch falsches Verhalten, entweder der Eltern oder gesamtgesellschaftlich, verstärkt das Stigma und lässt uns der Gesellschaft unerwünscht und als Klotz am Bein erscheinen.

Daher bitte ich Sie inständig, sich ihre Verantwortung als Gesundheitspolitiker bewusst zu machen, bei Forschung genauer hin zu sehen und vor allem Autisten und ihr Bedürfnis nach respektvollem Umgang nicht zu ignorieren.

Sollten Sie Interesse. und etwas ihrer knappen Zeit, haben, bin ich gerne bereit Ihnen mit einem Skype- oder Zoom-Gespräch zu helfen, etwas Licht ins Wirrwar der Autismusforschung zu bringen, um in Zukunft Autismus-Studien sicherer bewerten zu können.


Update 10.09.2020, 18:00

Die Aussagen eines SPD-Politikers zu kritisieren, scheint für nicht weniger Wirbel zu sorgen, als Quacksalbern, die Chlorbleiche vertreiben, ans Schienbein zu treten. In den letzten Stunden wurde mir und anderen Autisten vorgeworfen, „dümmliche Reflexaussagen“ zu machen, in der Mail doch gefälligst direkt konkrete Belege zu bringen, egal ob sie nur ein Gesprächsangebot darstellt, oder nicht, unwissenschaftlich zu argumentieren – trotz konkreter Verweise auf fragliche Studien -, es gar nicht wissen zu können, weil wir nicht mindestens Mikrobiologen seien, und behauptet, es gäbe ja keinen Nachweis, dass Feinstaub Autismus nicht auslöst.

Nein. Aber es gibt eben auch keinen Nachweis DAS Feinstaub Autismus auslöst. Nur mehr als schwindsüchtige Spekulationen.

Und überhaupt gäbe es ja doch einen signifikanten Anstieg von Autismusdiagnosen. Wohl!

Und wir würden uns sowieso nicht auskennen.

Die unterschwellige Aggression, die teils unverhohlene Behindertenfeindlichkeit in Form von „erwarteter Inkompetenz“ (presumed incompetence) und die Chuzpe, zu behaupten, man habe selbst mehr Ahnung vom Thema, als Menschen, die seit ihrer Geburt mit Autismus leben, weil man mal was gelesen hat, ist erstaunlich.

Und weil der Tag nur so viele Stunden für sinnlose Diskussionen mit Menschen hat, denen es nicht wirklich um Erkenntnisgewinn geht, sondern nur um die Verteidigung des gewählten Helden mit allen Mitteln, habe ich ein relevantes Zitat aus einem alten Artikel von mir mal in ein Meme verwandelt. Zum Teilen und Verbreiten gerne herunterladen und überall pflastern, wo es passt.


Abgesehen von den Zwillingsstudien der 1980er, die auf eine hohe erbliche Komponente hinwiesen, picken sich die meisten dieser Studien einen winzigen Aspekt heraus und prüfen, ob dieser das Autismusrisiko hebt. Merkwürdigerweise fast immer mit positivem Ergebnis, welches in der Autisten-Gemeinschaft dann gerne als „Autismusursache der Woche“ bezeichnet wird. So weiß man zwar immer noch nichts Genaues — jedenfalls nicht wirklich — aber alte Väter sollten vielleicht nicht unbedingt ein Kind mit einer rauchenden Mutter in der Nähe einer agrarwirtschaftlichen Anlage zeugen. Schon gar nicht, wenn die Mutter vorher etwas gegen ihre Kopfschmerzen eingenommen hat.
Akademische Kuriositäten

Link zum Originalartikel: https://medium.com/@Felicea/akademische-kuriosit%C3%A4ten-df9c5dd450c6

Abgesehen von den Zwillingsstudien der 1980er, die auf eine hohe erbliche Komponente hinwiesen, picken sich die meisten dieser Studien einen winzigen Aspekt heraus und prüfen, ob dieser das Autismusrisiko hebt. Merkwürdigerweise fast immer mit positivem Ergebnis, welches in der Autisten-Gemeinschaft dann gerne als „Autismusursache der Woche“ bezeichnet wird. So weiß man zwar immer noch nichts Genaues — jedenfalls nicht wirklich — aber alte Väter sollten vielleicht nicht unbedingt ein Kind mit einer rauchenden Mutter in der Nähe einer agrarwirtschaftlichen Anlage zeugen. Schon gar nicht, wenn die Mutter vorher etwas gegen ihre Kopfschmerzen eingenommen hat.

Das Zitat, zum Kopieren für den ALT-Text

Update 10.09.2020 18:30

Herr Lauterbach hat reagiert. Ich bin, nicht überraschend, komplett anderer Ansicht.


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4 Comments E-Mail an Karl Lauterbach

  1. Siegfried

    Interessant! Ich vermute bei mir selbst Asperger, bin aber bislang davon ausgegangen, dass Autismus und Asperger zwar gewisse Überschneidungen haben, aber nicht identisch sind. In diesem Artikel werden Beide praktisch gleich gesetzt. Ist also meine Vermutung falsch?
    Darüberhinaus denke ich, dass der Ansatz dieser Gesellschaft im Umgang sowohl mit Autismus als auch mit Asperger grundsätzlich falsch ist. Gerade Asperger als einen Defekt, eine Art Krankheit, zu sehen, ist falsch. Im Grunde ist Asperger nicht Etwas, das man hat oder nicht hat, sondern Etwas, das jeder Mensch mehr oder weniger hat. Die Meisten eben eher weniger. So weit ich das verstanden habe, ist Asperger einfach nur eine etwas andere Art, zu denken. Die Andersartigkeit beruht wesentlich auf einerseits der Fähigkeit, Gefühle und Logik besser voneinander zu trennen, und andererseits der Unfähigkeit, Gefühle und Logik besser zu vereinen. Oder, etwas weniger sarkastisch formuliert, einer tiefergehenden Trennung von Gefühlen und Logik. Das hat Vor- und Nachteile, ist aber keine Krankheit oder ein Defekt. Demnach braucht es hier auch keine Therapie, sondern einfach nur einen rücksichtsvollen Umgang miteinander.
    Ich bin 60+. In meiner Jugend gab es diese „Krankheit“ nicht. Inzwischen bin ich zu alt, als dass es sich lohnen würde, Asperger noch offiziell festzustellen. Mich interessiert das Thema hauptsächlich deshalb, weil ich mich dadurch hoffentlich selbst etwas besser verstehen kann.

    Reply
    1. Mela Eckenfels

      Hallo Siegfried,

      tatsächlich wurden die Subtypen von Autismus im Diagnosehandbuch der amerikanischen Psychiater, dem DSM V, zur „Autismusspektrumstörung“ zusammengelegt. Das geschah im Bewusstsein, dass der einzig herausragende Unterschied zwischen dem Asperger Syndrom und frühkindlichem Autismus, im Zeitpunkt der Sprachentwicklung bestand. (Verzögert bei frühkindlichem Autismus, nicht verzögert beim Asperger Syndrom). Es hing oft auch mehr vom Diagnostiker, als vom Kind ab, welche der beiden Diagnosen gestellt wurde. Teils beeinflusste sogar der soziale Status der Eltern, das Ergebnis der Diagnostik. So bekamen Kinder gutsituierter Eltern eher die Diagnose „Asperger Syndrom“ und damit auch ein geringeres Stigma, während Kinder sozial schwacher Eltern eher die Diagnose „frühkindlicher Autismus“ erhielten. Daher hatte man sich darauf geändert, die Subtypen zur Autismusspektrumstörung zusammenzulegen. Es ist davon auszugehen, dass die nächste Version des Krankheitskodierungssystems ICD 11, nachziehen wird.

      Tatsächlich kommen viele Autisten gut zurecht. Du sagst auch, das es bei dir vor allem wichtig ist, um dich selbst zu verstehen. Dennoch sind viele von uns auch im Alltag, in der Schule oder im Berufsleben stark beeinträchtigt. Autismus rein als eine Andersartigkeit zu verstehen, wird diesen Problemen nicht gerecht. Daher sage ich: Ja, es ist eine Behinderung und viele von uns benötigen Hilfe.
      Aber: das es eine Behinderung ist, rechtfertigt kein Stigma. Gegen dieses Stigma und für uneingeschränkte Inklusion, setze ich mich ein.
      Genau daher wehre ich mich gegen die Worte von Herr Lauterbach, die geeignet sind, Autismus zu stigmatisieren und die unsere Existenz nutzen, um ein „schaut mal, deswegen müssen wir gegen Umweltverschmutzung vorgehen“-Argument zu stricken.

      Reply
      1. Siegfried

        Die Beeinträchtigung ist de Fakto vorhanden, entsteht aber im Wesentlichen durch die beeinträchtigende Ignoranz der sogenannten „normalen“ Menschen. Es ist eher so, dass die Gesellschaft behindert ist. Dass es ein sehr weit verbreitetes Phänomen ist, dass Andersartigkeit abgelehnt und „bestraft“ wird, ist dabei keine Entschuldigung.
        Es ist natürlich interessant, dass sogar Fachärzte Autismus und Asperger durcheinander werfen. Dass darüberhinaus die Diagnosen in einem sozialen Kontext stehen (oder standen?) ist ebenfalls bemerkenswert, aber nicht unbedingt überraschend. So weit ich das sehe, sind die Ursachen sehr verschieden. Die Ursachen von Asperger habe ich oben schon beschrieben. Die Ursachen von Autismus sind andere: Eine Überlastung vor Allem des emotionalen Subsystems durch zu schwache Filter. Bevor bei einem normalen Menschen etwas, egal, was, im Bewusstsein oder auch nur im Unterbewusstsein ankommt, durchläuft es massive Filter. Durch diese Filter werden wir einerseits vor Überlastung geschützt, und andererseits können wir so leichter Wesentliches von Unwesentlichem unterscheiden. Autisten haben schwächere Filter. Während die Ereignisse des Alltags für einen normalen Menschen wie ein vorbeifließender kleiner Bach sind, sind die gleichen Ereignisse für einen Autisten wie eine reissende Sintflut. Natürlich versuchen Autisten, sich davor zu schützen. Das Resultat sieht oberflächlich gesehen wie ein extrem stark in sich zurückgezogener Mensch aus. Bei Asperger Menschen sieht das, oberflächlich gesehen, ähnlich aus, hat aber ganz andere Ursachen. Bei Autisten kann das Abwehren von dem zu viel an Wahrnehmung dazu führen, dass diese Eindrücke in halbwegs ungefährliche Bereiche umgeleitet werden, wodurch sich häufig Inselbegabungen bilden. Asperger kennt keine Inselbegabungen.
        Auch Autismus halte ich nicht für einen Defekt. Autisten können Etwas, das dieser Gesellschaft fehlt: Empatie, Einfühlungsvermögen, und eventuell Verstehen. Und das in einer Tiefe und Intensität, die normalen Menschen immer fremd bleiben wird. Diese Begabung muss allerdings trainiert und ausgebildet werden. Ohne diese Ausbildung bleibt nur die Überlastung übrig.

        Und nur der Vollständigkeit halber, weil ich Dich nicht kenne: Das hier ist nicht als Kritik gemeint. Ich finde es im Gegenteil sehr anregend, darüber mit Jemandem zu diskutieren, der nicht gleich in die Luft geht. Du schreibst, Du hättest selbst Asperger. Daher gehe ich davon aus, dass Du das hier nicht missverstehst. Nur für den Fall, dass ich mich da irre: Das hier enthält keinen Vorwurf! Danke, dass Du Dir Zeit genommen hast, ordentlich zu antworten.

        Reply
  2. Tomi Blum

    Danke,
    für die kompakte Information. Sehe das genauso. Mein Vater ist gegen Glyphosat aktiv. Er ist wie ich Asperger Autist. Erbschäden, eben nicht Autismus als Folge von Glyphosat ist in Frankreich bei Landwirten anerkannt.
    Ich schätze denHerrn Lauterbach wirklich, gerade für seine Art in der Situation heute zu reagieren. Aber in meiner Familie war es auch so dass der (Autismus-) Wald vor lauter Bäumen nicht gesehen wurde.
    Tomi Blum

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