Man Made Epidemic – Live mitgetwittert

Im Juni durfte ich einer öffentlichen Vorführung des Impfgegner-Machwerks „Man Made Epidemic“ beiwohnen. Dankenswerterweise zusammen mit @laviolaine, denn alleine wären mir wohl die Nerven durchgegangen. Der Chillingeffekt durch die veranstaltenden und anwesenden Eltern autistischer Kinder – strikte Verfechter der ARI-Biomedizin-Definition von Autismus, die uns unter anderem versuchten heimlich zu fotografieren, war auch nicht zu verachten.

Ich habe meine Eindrücke ungefiltert während des Films mitgetwittert und möchte sie nun hier zusammenfassen.

Am Folgetag habe ich noch weitere Eindrücke aus dem Gedächtnis vertwittert. Diese werde ich in einem weiteren Beitrag zusammenfassen.

Man Made Epidemic finde ich einen durch und durch gefährlichen Film. Gefährlicher vielleicht sogar wie das insgesamt eher plump daherkommende Machwerk „Vaxxed“.  Propagandamechanismen werden dort so geschickt angewendet, dass man bereits im besonderen Maße sensibilisiert sein muss, um direkt zu erkennen, wie geschickt er versucht Zweifel zu säen und wie geschickt er genau an den richtigen Stellen Fakten verschweigt.

 


Eine nachgewiesene Fehlinformation. Die Impfberatung kann seit 2015 eigenständig vom Arzt abgerechnet werden.

Ein nicht unwesentlicher Teil des Films dient der Wiederherstellung von Wakefields Reputation.

Auch Eltern dürfen ihre Kinder nicht jedem invasiven, schmerzhaften Eingriff aussetzen, solange dieser keinen medizischen Sinn ergibt. Eltern besitzen ihre Kinder nicht und dürfen auch nicht nach Gutdünken mit deren Gesundheit und körperlichen Unversehrtheit verfahren.

Was auch daran liegt, dass eine Frage in der Wissenschaft jederzeit formuliert werden darf. Seine Ergebnisse waren nicht zutreffend und er gewann sie zudem unter unredlichen Umständen.

„So wenig Forschung“. In den letzten zehn Jahren gab es wieder und wieder Studien um den Zusammenhang zwischen Autismus und Impfungen nachzuweisen oder zu widerlegen. Einen Nachweis gab es nie. Obwohl hunderttausende Dollar in ein lange ausführlich erforschtes Feld gepumpt und so verbrannt wurden, behauptet die Filmemacherin Natalie Beer hier erneut, es gäbe nicht viel Forschung. Eine so dreiste Verdrehung der Tatsachen macht ziemlich deutlich, dass der Film eben genau nicht der Wahrheitsfindung dient, sondern recht offen eine Agenda verfolgt.

Mythos – persönliche Geschichte – Mythos – persönliche Geschichte. Nach jeder steilen, meist an den Haaren herbeigezogenen und fehlerhaften Behauptung darf eine Familie erzählen, wie schlecht es ihr mit dem Autismus des Kindes geht. So denkt der Zuschauer gar nicht lange darüber nach, dass da aber gerade ganz schön Mist erzählt wurde, sondern ist gleich wieder mit seinem Mitgefühl beschäftigt. Menschen taktisch geschickt zu manipulieren und vom Denken abzuhalten, kenne ich in dieser Form sonst nur von Sekten, die auf Mitgliederfang sind.

Spoiler: Thiomersal dient in Mehrfachimpfdosen (zur Reihenimpfung, wie sie in der westlichen Welt schon seit Jahrzehnten nicht mehr vorkommen) als Konservierungsmittel. Thiomersal wird in niedrigen Dosen — wie in Impfungen — vom Körper abgebaut und ausgeschieden.

Was sie von nichtautistischen Kindern nun genau worin unterscheidet?

Auch diese Behauptung ist nachweislich unzutreffend:

Eine der weniger subtileren Aluhut-Stellen des Films, sozusagen.

Natalie Beer möchte dem Zuschauer hier tatsächlich weiß machen, dass seit dem Beginn der 80er Jahre niemand mal geschaut hat, was diese Impfung eigentlich tut. Und im Robert-Koch- und Paul-Ehrlich-Institut spielen alle den ganzen Tag nur Golf, oder was?

Tatsächlich blieben die Prävalenzzahlen über drei untersuchte Jahre hinweg stabil. Das wären sie nicht, wenn es diesen zunehmenden, extremen Anstieg tatsächlich gäbe:

Zur „CDC-Verschwörung“ habe ich anderswo etwas geschrieben.

Kurz: Nein, gingen sie nicht. Durch die hygienischen Umstände und den Gesundheits- und Ernährungszustand der Bevölkerung gibt es lediglich in Kriegszeiten jeweils einen deutlichen Anstieg von Infektionskrankheiten. Die Jahrzehnte, in denen Impfstoffe für viele Kinderkrankheiten entwickelt wurden, waren Friedenszeiten und waren daher im Vergleich mit den 30er und 40er Jahren (und den ersten Jahren der Nachkriegszeit) natürlich durch abnehmenden Zahlen gekennzeichnet.

Die Krankheiten haben sich nicht einfach entschieden, dass es ihnen im 20. Jahrhundert nicht gefällt und sie dann eben mal gehen, sondern die Mehrheit der Menschen war einfach besser versorgt, in einem besseren körperlichen Gesamtzustand und konnten daher Kinderkrankheiten häufiger abwehren.

Auch diese Stelle lässt einen mit der Frage zurück, ob die genannten Experten wirklich keine Ahnung von Medizingeschichte haben, also inkompetent sind, oder wissentlich lügen.

Die Fakten sind eindeutig.

Shattock, die Autokorrektur schlug hier zu.

FUD = Fear, Uncertainity and Doubt – Angst, Unsicherheit und Zweifel. Der Dreiklang, den man bemüht, wenn man Menschen etwas verkaufen will, dass sie nicht brauchen und das nicht gut für sie ist.

3 Comments Man Made Epidemic – Live mitgetwittert

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