Ich bin wieder da

Ich bin wieder da. \o/

Warum war ich überhaupt weg?

Kurz: Ich habe mein Studium beendet(erfolgreich), vor lauter Arbeit kaum noch Land gesehen, auf dem alten Server einen ekligen Virus eingetreten weil keine Zeit mehr für Wartung und Pflege bliebt und dann hieß es auch erst mal wieder im Alltag ankommen, aufgeschobene Aufgaben abarbeiten und das Leben nach dem Studium organisieren. Nicht ganz so einfach, wenn das Studium als strukturierender Rahmen weggebrochen ist.

In der Zwischenzeit hatte ich ein paar (alte) Sachen auf Medium veröffentlicht, was ich in der Zukunft wohl auch hier ins Blog überführen werde.

Aber erst mal: ich bin wieder da.

Von richtig schlechten Ratschlägen: Mit einem Kind wird alles anders.

Es kommt nicht so wahnsinnig oft vor, dass ich detaillierter aus der Zeit zwischen ~18 und meiner Diagnose mit Anfang 30 berichte. Abgesehen von der zusammenfassenden Aussage, dass es eine problematische Zeit war. Probleme, die mich bereits seit meiner Jugend begleiteten, wuchsen mir nur deswegen nicht sofort über den Kopf, weil ich mich mehrere jahrelang ausserhalb der normalen Gesellschaft bewegte. Als ich versuchte in der normalen Gesellschaft Fuß zu fassen, taten sie es im Handumdrehen.

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Automatismen

Auch so ein Automatismus, wenn man Menschen, die die Bezeichnung einer Behinderung verwenden, um etwas als negativ zu kennzeichnen oder sich auf (eingebildete) ‚typische‘ Verhaltensweisen beziehen, darauf hinweist: Nachdem sie erst mal bezweifelt haben, dass es ‚Betroffene‘ sind, die sich beschweren kommt im nächsten Satz der Hinweis, sie hätten ja selbst mal in der Betreuung von Behinderten gearbeitet. (Will sagen, sie kennen sich voll aus.)

Da weiß man dann: Das waren die Menschen, die ‚den Behinderten‘ auf Augenhöhe und mit Respekt gegenübergetreten sind. Nicht.

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Facebook-Kahlschlag unter Autisten

Gestern sperrte Facebook viele Nutzer bei denen das Unternehmen davon ausging, dass sie keinen Realnamen benutzen würden oder diese wurden unter Druck gesetzt ihren Namen durch Scan des Personalausweises zu belegen.

Darunter befanden sich sehr viele Autisten oder Angehörige von Autisten aller Altersgruppen, die bei einem Outing Nachteile in Studium oder Beruf befürchen – oder die schlicht nicht wollen, dass jeder und die Klatschbase vom Eckhaus von ihren Autismus oder dem von Angehörigen erfährt.

Das bedeutet, seit gestern sind viele niedrigschwellige Informationsangebote die in Facebook aufgebaut wurden, für diese Personen nicht mehr nutzbar und Kontakte zu anderen Autisten oder Angehörigen blockiert.

Dabei behauptete Facebook erst jüngst, es habe etwas im Zusammenhang mit Aktivismus und dem Bedarf an Anonymität begriffen. Dem war wohl nicht so.

Wirklich ganz großartig gemacht, Facebook.

P.S. Bevor nun in den Kommentaren die ‚guten Tipps‘ eintrudeln wie ’selbst schuld wenn man Facebook nutzt‘ oder warum baut ihr euch nicht $obskure_technische_Insellösung auf, reflektiert bitte die Bedeutung von „niedrigschwellig„. Danke

Die Eskalationsstufen einer typischen „Witze über Randgruppen“-Diskussion

Zwei Typen von Menschen, machen regelmässig Witze über Randgruppen: minder-talentierte Comedians und all jene, deren emotionale Intelligenz den Schulhof der siebten Klassenstufe nie verlassen hat. Haben sie sich damit früher nur vor dem jeweiligen Publikum oder den direkt umstehenden Personen zum Affen gemacht, läuft es in Zeiten des Internets ein wenig anders. Mitglieder von Randgruppen, die Google Alerts oder die Twittersuche nutzen, um aktuelle Informationen zu ihrem Thema zu verfolgen, bekommen auch derart geistigen Dünnpfiff in die Suche gespült.

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Diversity

As it copies itself, once in every billion rungs, there tends to be an error. And what that means is that DNA is, in effect, learning. It’s accumulating new ways of making living organisms because some of those errors work. So DNA’s learning and it’s building greater diversity and greater complexity.

David Christian @ TED2011

Fehler führen zu Vielfalt, zu mehr Komplexität, zu Entwicklung.

Scheitern

Oft, wenn über Autisten berichtet wird, erhalten Aussenstehende ein sehr merkwürdiges, weil in sich abgeschlossenes, Bild über ein autistisches Leben. Das liegt, meines Erachtens, auch daran, dass Zeitungs- oder Fernsehbeiträge sich hauptsächlich mit dem defizitären Bild von Autismus beschäftigen. Der Zuschauer oder Leser erfährt, dass Autist Marc dies und jenes nicht kann und Autistin Anja das auch nicht kann – immer mit der Konnotation, dass beide das auch nie können werden.

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Lauer Sexismus

Ich nenne Kachelmanns Angebot, Schwarzers Prozess als Gerichtsreporter zu begleiten eine „eher laue Retourkutsche“.

Daraufhin werde ich angegriffen. Das sei Sexismus, weil ich  ja wohl gemeint haben müsse, dass er gefälligst seine vorangegangene, mediale Vernichtung wie ein Mann zu ertragen habe.

Ihr sagt, Autismus sei eine Kommunikationsbehinderung.

Ich nenne es einen besseren Bullshitfilter.

Fromme Wünsche

Schön wäre es, wenn Neurodiversität gesellschaftlich akzeptiert würde und dennoch Hilfen für jene bereit stünde, deren neurologische Besonderheit ihnen Probleme verursacht. Ihnen. Nicht in erster Linie ihrer Umwelt.

Ausserdem wünsche ich mir für die Zukunft weniger schlechte Artikel … oder zur Abwechslung mal einen Artikel über die Optikermafia, die durch Neudefinition der Norm guten Sehens einen Reibach macht.

Nuff said.

… und ein Neuanfang

  der Begriff „Autismus“ wird in der Umgangssprache zunehmend als Synonym für allerlei schlechte Eigenschaften verwendet und diese Umdeutung fällt auf Autisten zurück. Journalisten haben Autismus als neuen Lieblingsspielplatz und den Begriff als neue Lieblingsmetapher entdeckt. es ist halt „irgendwas mit dem Kopf“ und deswegen wird Autisten mal unterstellt potenzielle Massenmörder zu sein und mal… Continue reading