Automatismen

Auch so ein Automatismus, wenn man Menschen, die die Bezeichnung einer Behinderung verwenden, um etwas als negativ zu kennzeichnen oder sich auf (eingebildete) ‚typische‘ Verhaltensweisen beziehen, darauf hinweist:  Nachdem sie erst mal bezweifelt haben, dass es ‚Betroffene‘ sind, die sich beschweren{{1}} {{2}} kommt im nächsten Satz der Hinweis, sie hätten ja selbst mal in der Betreuung von Behinderten gearbeitet. (Will sagen, sie kennen sich voll aus.)

Da weiß man dann: Das waren die Menschen, die ‚den Behinderten‘ auf Augenhöhe und mit Respekt gegenübergetreten sind. Nicht.

 

[[1]]Natürlich einfach mal bezweifeln, weil das können ja nur Dritte sein, die sich aufregen, weil sich ‚Betroffene‘ nie darüber aufregen, wenn man sie beleidigt oder herabsetzt, die sind das ja gewohnt [[1]]

[[2]] Und natürlich wird das ständige Herabsetzen von Menschen mit Behinderungen und das Wiederkäuen von Stereotypen erst dann schlimm, wenn sich jemand beschwert und dann erst, wenn es die Richtigen (Einself) sind. Weil Vorurteile und Abwertung einer ganzen Menschengruppe nicht von ganz alleine schlimm ist. Am Besten noch Beweise fordern, dass es wirklich schlimm ist und nicht einfach mal die Statistik anschauen, wieviel Menschen mit Behinderungen arbeitslos sind – weil sie am Rand der Gesellschaft stehen, nicht, weil sie nicht könnten – oder wie viele tätlich angegriffen werden, weil sie für so viele nur Abschaum sind. Oder einfach mal verstehen, dass es Scheiße für das Leben, das Selbstbewusstsein und die seelische Gesundheit der Menschen ist, die als Prügelknaben herhalten müssen. Aber dazu müsste man ja denken oder reflektieren und das ist für Neurotypische schon zu viel verlangt.[[2]]

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