Landon Bryce zur üblichen Reaktion von Presse und Öffentlichkeit auf Übergriffe durch die Familie auf autistische Menschen

Sometimes I feel like I am running a page for rape survivors (and I am a rape survivor, by the way), and every time I post about a case in which a man has raped a women, half of the news story was some man talking about how he hopes this rape will make us more sympathetic to how hard things are for men in society and how he hopes this rape will bring attention to the socio-economic factors that are driving men to rape. And then, when I complain about that, a group of men come in to comment about how, no, being a man is really hard and we should, although we must never resort to rape, sympathize with the rapist and never dare to judge him!
Landon Bryce

Heute …

… verstand eine Kolumnistin nicht, wie es nur sein kann, dass es Autisten angreift, wenn sie ’sozialer Autismus‘ als abwertenden Begriff verwendet. (Um damit völlig unpassend einen Mann zu beschreiben, der in einer glücklichen Paarbeziehung lebt, statt regelmässig einen Saufen zu gehen.) Erstaunlich, dass ich dafür wütende Mails von Menschen bekomme, die glauben, ich würde… Continue reading

Karneval

Karneval, Fastnach, Fasching, Fasnacht, Fasnet steht wieder vor der Tür.

Seit ich denken kann, habe ich zu diesem Fest ein eher gespaltenes Verhältnis.

In meiner frühesten Fastnachts-Erinnerung brachte mich meine Mutter zu einem großen Fastnachtskinderfest in unserem Dorf – mit Betreuung – und ließ mich dort.
Es war die Zeit von Winnetou und Old Shatterhand. Jeder Junge und sicherlich manche Mädchen hatten Pistolen oder Gewehre mit Knallplättchen. Und alle schossen durcheinander. Ständig. Die ganze Zeit.

Ich floh nach draussen und versteckte mich hinter einem Busch. Wo mich meine Mutter bei ihrer Rückkehr dann in Tränen aufgelöst vorfand.

Heute verbieten Kindergärten und Veranstaltungen für Kinder zunehmend alle Arten von Faschingswaffen.
Weil es nicht mehr ins gewaltfreie, pädagogische Konzept passt.

Ich bin einfach 40 Jahre zu früh geboren.

Facebook-Kahlschlag unter Autisten

Gestern sperrte Facebook viele Nutzer bei denen das Unternehmen davon ausging, dass sie keinen Realnamen benutzen würden oder diese wurden unter Druck gesetzt ihren Namen durch Scan des Personalausweises zu belegen.

Darunter befanden sich sehr viele Autisten oder Angehörige von Autisten aller Altersgruppen, die bei einem Outing Nachteile in Studium oder Beruf befürchen – oder die schlicht nicht wollen, dass jeder und die Klatschbase vom Eckhaus von ihren Autismus oder dem von Angehörigen erfährt.

Das bedeutet, seit gestern sind viele niedrigschwellige Informationsangebote die in Facebook aufgebaut wurden, für diese Personen nicht mehr nutzbar und Kontakte zu anderen Autisten oder Angehörigen blockiert.

Dabei behauptete Facebook erst jüngst, es habe etwas im Zusammenhang mit Aktivismus und dem Bedarf an Anonymität begriffen. Dem war wohl nicht so.

Wirklich ganz großartig gemacht, Facebook.

P.S. Bevor nun in den Kommentaren die ‚guten Tipps‘ eintrudeln wie ’selbst schuld wenn man Facebook nutzt‘ oder warum baut ihr euch nicht $obskure_technische_Insellösung auf, reflektiert bitte die Bedeutung von „niedrigschwellig„. Danke

Die Eskalationsstufen einer typischen „Witze über Randgruppen“-Diskussion

Zwei Typen von Menschen, machen regelmässig Witze über Randgruppen: minder-talentierte Comedians und all jene, deren emotionale Intelligenz den Schulhof der siebten Klassenstufe nie verlassen hat. Haben sie sich damit früher nur vor dem jeweiligen Publikum oder den direkt umstehenden Personen zum Affen gemacht, läuft es in Zeiten des Internets ein wenig anders. Mitglieder von Randgruppen, die Google Alerts oder die Twittersuche nutzen, um aktuelle Informationen zu ihrem Thema zu verfolgen, bekommen auch derart geistigen Dünnpfiff in die Suche gespült.

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Diversity

As it copies itself, once in every billion rungs, there tends to be an error. And what that means is that DNA is, in effect, learning. It’s accumulating new ways of making living organisms because some of those errors work. So DNA’s learning and it’s building greater diversity and greater complexity.

David Christian @ TED2011

Fehler führen zu Vielfalt, zu mehr Komplexität, zu Entwicklung.

Comic: Clive and Leo in „Autism“

Joa, ich wurde genötigt. Also quasi. Der Coursera-Kurs „Comic Books and Graphic Novels“ ist zwar eigentlich literaturwissenschaftlich angelegt, aber die Abschlußaufgabe bestand darin, einen Micro-Comic von mindestens vier Seiten plus Cover zu zeichnen. Ursprünglich wollte ich die Ereignisse um Issy Stapleton so aufarbeiten, aber das scheiterte an meinen Plotting-Fähigkeiten. Der Comic, der es dann im… Continue reading

Über Missgunst

Gestern veröffentlichte Leo G. Fischer im Neuen Deutschland einen Artikel in dem er Autismus, Nerdtum, die Piratenpartei, Gamergate und ein paar andere Sachen durcheinanderwarf. Im Grunde ist der Artikel eine gewaltige Hassrede, nur weiß der Autor wohl selbst nicht so ganz gegen was oder wen er sich nun genau richtet. Nur auf eines besteht er: Das sich der Artikel ja gar nicht gegen ‚echte‘ Autisten richten würde, sondern nur, gegen solche die sich selbst als ‚ein bisschen Asperger‘ oder ‚ein bisschen autistisch‘ bezeichnen.

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ASAN

Eigentlich bin ich nicht der Typ für Vereine und Organisationen. Zwar bin ich Mitglied in beruflichen Netzwerken und Berufsverbänden und sogar seit Jahrzehnten inaktives Mitglied im CCC, aber gerade von Vereinen im Bereich Autismus habe ich mich bisher immer eher ferngehalten. Es eint einen ja doch nicht mehr, als eine geteilte Diagnose. Unter anderem einige… Continue reading

Berichte von der 14. Autismus Deutschland Bundestagung

Autismus Deutschland tagt aktuell in Dresden und es scheint, was das Ausmaß an ‘über Autisten reden statt mit’ sowie herablassendes Verhalten und herabsetzende Ideen angeht, schlimmer zu werden als befürchtet. Aleksander Knauerhase ist vor Ort und berichtet per Twitter. Ausserdem hat er seine Eindrücke des ersten Tages in einem Blogpost zusammengefasst.

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Stern TV unterstützt schädliche Geschäfte mit Pseudomedizin

Kürzlich brachte Stern TV – wohl zum wiederholten Male – einen Bericht über einen frühkindlichen Autisten. Ich habe den Bericht nicht selbst gesehen, aber gehört, dass es schlimm gewesen sein soll. Inklusive dem abelistisch-beschämenden Abschluß, wo dem jungen Mann ein ferngesteuertes Auto geschenkt wurde und Stern TV aller Welt klar machte, dass er, obwohl 18 Jahre alt, ein Kind ist und man erwachsene Autisten deswegen auch vor aller Welt wie Kinder behandeln darf.

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Planvoll

Wenn ich gefragt werde, was ich an anderen, nicht-autistischen, Menschen am meisten bewundere, dann ist es deren Fähigkeit zu planen.
Es ist nicht so, dass ich absolut nicht planen kann – wie es beispielsweise Autismus Deutschland in einer Pressemitteilung zu dem Taximord in Prag behauptete – aber ich kann es auch nicht gut.
Selbst die kleinste Form eines Plans, nämlich meine tägliche Todoliste, passt selten zum Tag. Egal wie oft ich versuche, sie realistisch zu gestalten.

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Scheitern

Oft, wenn über Autisten berichtet wird, erhalten Aussenstehende ein sehr merkwürdiges, weil in sich abgeschlossenes, Bild über ein autistisches Leben. Das liegt, meines Erachtens, auch daran, dass Zeitungs- oder Fernsehbeiträge sich hauptsächlich mit dem defizitären Bild von Autismus beschäftigen. Der Zuschauer oder Leser erfährt, dass Autist Marc dies und jenes nicht kann und Autistin Anja das auch nicht kann – immer mit der Konnotation, dass beide das auch nie können werden.

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