Was bedeutet der Begriff Autismus?

Ziemlich häufig, wenn sich Autisten beschweren, wie in den Medien mit dem Begriff „Autismus“ umgegangen wird, kommt jemand angeschissen, der meint wir sollten uns gefälligst nicht so haben. Der Begriff würde schließlich in einem anderen Kontext etwas anderes bedeuten oder wäre, wie Augstein das nannte, eine ‚Chiffre‘.

Das Argument ist etwa so gehaltvoll wie ein welkes Blatt Salat.

Denn natürlich bedeutet „Autismus“ in einem anderen Kontext nicht auf einmal „Apfelkuchen“. Statt dessen dient „Autismus“/“autistisch“/“Autist“ als Synonym für jene Eigenschaften oder Verhaltensweisen, die uninformierte oder ignorante Menschen für das Wesen des Autismus halten.

Ohne das Rainman-Stereotyp würde niemand „Autismus“ überhaupt in einen Kontext setzen können – egal in welchem Zusammenhang der Begriff verwendet wird. Sätze mit „Autismus“ würden schlicht keinen Sinn ergeben.

Wo immer Autismus als schlechtes Synonym herhalten muß, macht es die Sprache weder besser, noch klangvoller, noch genauer – es beeinflusst lediglich wie die echten Autisten von der Gesellschaft wahrgenommen werden.

 

 

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